Westho
WESTHO peetfood GmbH
Beethovenstraße 55 |41061 Mönchengladbach
www.westho-petfood.de|info@westho-petfood.de
Servicenummer: 0800 2324846

Deutsche Vorstehhunde

Die Deutschen Vorstehhunde sind die Vollgebrauchshunde des deutschen "Normaljägers" schlechthin. Sie sind allesamt auf größtmögliche Vielseitigkeit gezüchtet. In den vorstehhundtypischen jagdlichen Einsatzbereichen sind die Unterschiede von Rasse zu Rasse nicht viel Größer als innerhalb der jeweiligen Rassen.

Die Zuchtzulassungen erwerben alle Rassen auf den Zuchtprüfungen des Jagdgebrauchshundverbandes (JGHV), ausgenommen die Rasse Deutsch-Kurzhaar, deren Zuchtverein die JGHV-Zuchtprüfungen für die Zuchtzulassung zwar anerkennt, daneben aber eigene Zuchtprüfungen (Solms und Derby) installiert hat.

Bei den erwähnten Zuchtprüfungen werden die rassetypischen jagdlichen Anlagen nahezu ausschließlich im Feld und im Wasser überprüft und bewertet. Eine Mehrheit unserer Vorstehhunde (="Vollgebrauchshunde") wird später aber überwiegend im Wald eingesetzt - infolge des dramatischen Rückgangs der Niederwildbesätze im Feld, in dem es so gut wie keine "Arbeit" für unsere Vorstehhundrassen mehr gibt. Aber sie können das auch. Allerdings müsste züchterisch auf einen genetisch stabilen Spur- und Fährtenlaut, der im Wald unverzichtbar ist, bei einigen Rassen größerer Wert als bisher gelegt werden.

Quelle (Text und Bild): Bernd Krewer: Jagdhunde in Deutschland, Melsungen: Neumann-Neudamm Verlag, 2015 - mit freundlicher Genehmigung des Verlages

Deutsch-Kurzhaar

Der Deutsch-Kurzhaar ist zweifellos die älteste deutsche Vorstehhundrasse. Er hat wohl "einen Schnaps mehr" Pointer-Blut mitbekommen als seine Vettern, was er uns in den verbliebenen Niederwildparadiesen heute noch eindrucksvoll zeigt.

Von allen deutschstämmigen Vorstehhundrassen hat er wohl auch den höchsten Formwert-Durchschnitt. Was man bei IKP' s und Kleemann-Prüfungen im Form-Bewertungsring an wunderschönen Deutsch-Kurzhaar sehen kann, ist schon begeisternd. Das mag auch an der sehr liberalen Zuchtordnung liegen, die es Züchtern ermöglicht hat, sehr eng und auf bestimmte körperliche Merkmale zu züchten (Zwinger "vom Hegehaus" beispielsweise) und einzelne herausragende Deckrüden ohne Zuchteinsatz-Begrenzung sehr oft einzusetzen.

Bei allen Qualitäten in reich besetzten Niederwildrevieren ist der Deutsch-Kurzhaar dennoch sehr vielseitig und in allen Einsatzbereichen eines Vollgebrauchshundes einsetzbar. Auch bei der Schweißarbeit steht er seinen Mann bzw. Hund, wie einige herausragende Nachsuchenspezialisten aus dieser Rasse in Vergangenheit und Gegenwart bewiesen haben.

Für die Zucht verantwortlich ist bei uns der Deutsch-Kurzhaar-Verband.

FCI-Standard als pdf vom 29.11.2000

Quelle (Text und Bild): Bernd Krewer: Jagdhunde in Deutschland, Melsungen: Neumann-Neudamm Verlag, 2015 - mit freundlicher Genehmigung des Verlages

Weimaraner

Der Weimaraner ist - was seine Herkunft anbetrifft - eine sehr interessante Rasse. Ob seine Wiege tatsächlich in der Goethestadt Weimar stand, ist ebenso umstritten wie die Herkunft seiner silbergrauen Farbe.

Er war in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Thüringen weit verbreitet, das ist belegt. Und die silbergraue Farbe kann sich durch eine Mutation aus braunem Kurzhaar entwickelt haben.

Andere Weimaraner-Ahnenforscher meinen, dass er aus der Mischung altdeutscher kurzhaariger Vorstehhunde mit Leithunden hervorgegangen sei. Für diese Theorie spräche, dass der Weimaraner nicht gerade zu den lautfreudigen Rassen gehört - was seinen Einsatz im Wald problematisch macht, wie eben bei allen stumm jagenden Rassen.

Das Spurlaut über Sichtlaut und Sichtlaut über Stumm dominiert, könnte der Anteil laut jagender Weimaraner dadurch gesteigert werden, dass bei allen Paarungen mindestens ein Elter den Laut nachgewiesen haben müsste.

Der Langhaar-Weimaraner hat sich nicht durch Einkreuzung anderer (langhaariger) Rassen entwickelt, sondern ist "sprunghaft" durch Mutation entstanden. Langhaar ist gegenüber dem Kurzhaar reinerbig-rezessiv, was bedeutet, dass aus zwei langhaarigen Eltern nur noch langhaarige Nachkommen fallen können. Dies gilt selbst dann, wenn beide Langhaar-Eltern ihrerseits von kurzhaarigen Hunden abstammen sollten.

Leider hat auch der Weimaraner infolge seiner aparten Farbe und seines imposanten Aussehens Freunde außerhalb der Jagd gefunden. Es ist aber um jeden Vertreter dieser und auch der übrigen davon betroffenen Rassen schade, das sein Dasein in einer Etagenwohnung mit "Gassi-Gehen" im Stadtpark fristen muss.

Der Weimaraner-Klub betreut in VDH und JGHV diese Rasse in Deutschland.

FCI-Standard als pdf vom 26.05.2015

Quelle (Text und Bild): Bernd Krewer: Jagdhunde in Deutschland, Melsungen: Neumann-Neudamm Verlag, 2015 - mit freundlicher Genehmigung des Verlages

Deutsch-Langhaar

Der Deutsch-Langhaar hat gewiss die selben Wurzeln wie der Deutsche Wachtel. Gewiss, er ist größer und quadratischer gebaut als der in längeren Linien stehende Deutsche Wachtel. Er konkurriert mit dem Deutsch-Stichelhaar um den Ehrentitel Deutscher Försterhund.

Die alten Deutsch-Langhaar waren robuste, ja manchmal bärenhafte, neufundländerähnliche Hunde mit hohen Qualitäten für die Arbeit nach dem Schuss. Letztere Eigenschaften haben sie sich erhalten können, wenn auch aus dem massigen, schweren Hunden heute elegante, schnittige Gebrauchshunde geworden sind. Das verdanken sie wohl gelegentlichen Blutanleihen bei den Settern (besonders dem "Kalksteiner-Langhaar-Stamm" hat man das nachgesagt), die ja von Hause aus allesamt ohnehin vielseitiger sind als der Pointer.

Deutsch-Langhaar ist ein "gründlicher" Hund, kein Flitzer. Wer daraus den Spitznamen "Deutsch-Langsam" gemacht hat, der hat noch nie einen guten Langhaar arbeiten sehen.

Bei Konrad Andreas ist nachzulesen, dass man aus dem Deutsch-Langhaar am sichersten den deutschen Vollgebrauchshund hätte züchten können.

Derzeit - Jahr 2012 - läuft noch ein geschlossener Einkreuzungs-Zuchtversuch mit Deutsch-Kurzhaar mit dem Ziel einer Verbreiterung der Zuchtbasis.

Die Zucht des Deutsch-Langhaar liegt in den Händen des Deutsch-Langhaar-Verbandes.

FCI-Standard als pdf vom 17.09.2015

Quelle (Text und Bild): Bernd Krewer: Jagdhunde in Deutschland, Melsungen: Neumann-Neudamm Verlag, 2015 - mit freundlicher Genehmigung des Verlages

Großer Münsterländer

Der Große Münsterländer ist - genau genommen - eine schwarz-weiße Farbvariante des Deutsch-Langhaar. Bin in die dreißiger Jahre des vorigen Jahrhunderts wurden diese "Schwarz-weißen" im Zuchtbuch von Deutsch-Langhaar geführt beziehungsweise in einem separaten Anhang eingetragen.

Dann gründete sich der "Verein für große schwarz-weiße Münsterländer" und holte die "Schwarz-weißen" aus ihrem Nischendasein bei Deutsch-Langhaar heraus. Es ist übrigens die einzige deutsche Vorstehhundrasse, bei der die schwarze Farbe als absolutes MUSS im Standard festgeschrieben ist.

Obwohl der Große Münsterländer eine ausgesprochen schöne Rasse ist, haben die Schönheitszüchter sie - Gott sei es gedankt - noch nicht "entdeckt".

Ob die schwarz-weiße Farbe tatsächlich ihren Ursprung in frühereb Settereinkreuzungen hat, wird immer wieder diskutiert. Es ist aber eher unwahrscheinlich, denn dann wären nicht so viele Große Münsterländer locker spurlaut, wie sie immer wieder auf den Verbandsprüfungen beweisen.

Das Zuchtbuch führt heute der Verein für Große Münsterländer.

FCI-Standard als pdf vom 05.03.2014

Quelle (Text und Bild): Bernd Krewer: Jagdhunde in Deutschland, Melsungen: Neumann-Neudamm Verlag, 2015 - mit freundlicher Genehmigung des Verlages

Kleiner Münsterländer

Der Kleine Münsterländer ist nicht etwa eine Zwergform des Großen Münsterländers, sondern eine eigenständige als Vorstehhundrasse. Seit der späten Beichte des Edmund Löns (eines Bruders des Heidedichters und einer der ersten Züchter des Kleinen Münsterländers) wissen wir, dass auch der Bretonische Vorstehhund einer der Ahnen dieser Rasse ist.

Leider haben die Formzüchter diese schöne und "handliche" Rasse inzwischen "entdeckt" und so werden auch eine nicht geringe Zahl Kleiner Münsterländer außerhalb des etablierten Zuchtvereins gezüchtet.

Die besonderen Stärken des jagdlich gezüchteten und geführten Kleinen Münsterländers liegen in der Arbeit nach dem Schuss. Besonders auf der Wundfährte kranken Schalenwildes leisten sie oft Erstaunliches.

Betreut wird diese Rasse vom Verband für Kleine Münsterländer Vorstehhunde.

FCI-Standard als pdf vom 06.12.2004

Quelle (Text und Bild): Bernd Krewer: Jagdhunde in Deutschland, Melsungen: Neumann-Neudamm Verlag, 2015 - mit freundlicher Genehmigung des Verlages

Deutsch-Stichelhaar

Der Deutsch-Stichelhaar ist ohne Zweifel die älteste rahaarige Vorstehhundrasse Deutschlands. Das raue, drahtige Haar ist natürlich kein Brackenerbe, sondern durch Hereinnahme jagdfremder Rassen entstanden. Vermutlich war es der Wasserpudel beziehungsweise der Schafpudel, den man - um ein wetterfestes Haar zu bekommen - eingekreuzt hat.

Der einstmals sehr verbreitete Deutsch-Stichelhaar ist heute eher selten in unseren Revieren anzutreffen - und wenn, dann bevorzugt in Ostfriesland. Das liegt daran, dass er sehr viel Blut an den Deutsch-Drahthaar abgegeben - ja diesem seinen Stempel nachhaltig aufgedrückt hat. Es ist manchmal selbst für Insider schwer, einen Stichelhaar von einem Drahthaar aus der Stichelhaar-Linie zu unterscheiden.

In den späten Jahren des 19. Jahrhunderts wurden die Stichelhaarigen "Hessische Raubärte" genannt. Die heutige Zuchtbasis des Deutsch-Stichelhaar ist sehr schmal und so kamen Blutanleihen beim sehr nahe verwandten Cesky Fousek ("Böhmisch-Raubart") zur Verbreiterung des Genpols in die Rasse Deutsch-Stichelhaar.

Für die Rasse Deutsch-Stichelhaar ist derzeit (Jahr 2012) in JGHV und VDH nur der Verein Deutsch-Stichelhaar von 1892 zuständig.

FCI-Standard als pdf vom 13.03.2008

Quelle (Text und Bild): Bernd Krewer: Jagdhunde in Deutschland, Melsungen: Neumann-Neudamm Verlag, 2015 - mit freundlicher Genehmigung des Verlages

Pudelpointer

Liegt die Entstehungsgeschichte vieler Rassen im Dunkeln, so ist die des Pudelpointers sehr klar und belegt. Hegewald hatte die Idee, aus dem Pointer und dem Pudel einen rauhaarigen Gebrauchshund zu züchten, der die Figur eines schweren Pointers haben sollte, dazu aber das raue, wetterfeste Haar sowie die Intelligenz und Apportierfreude des Pudels. Im Jahre 1881 fiel der erste Pudelpointerwurf.

In den weit mehr als hundert Jahren ihres Bestehens hat sich diese Rasse gewiss so entwickelt, wie es ihr Begründer vorausgesehen und sich auch gewünscht hatte.

Wegen der doch recht schmalen Zuchtbasis wurde im Jahre 1991 wieder eine "Urkreuzung" Pudel x Pointer durchgeführt, um die drohenden Folgen einer allzu engen Zucht abzufedern.

Das Zuchtbuch für den Pudelpointer führt der Verein Pudelpointer e.V.

FCI-Standard als pdf vom 06.12.2004

Quelle (Text und Bild): Bernd Krewer: Jagdhunde in Deutschland, Melsungen: Neumann-Neudamm Verlag, 2015 - mit freundlicher Genehmigung des Verlages

Griffon

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts züchtete der in Deutschland lebende Niederländer Korthals aus rauhaarigen holländischen, belgischen und französischen Vorstehhunden und dem Wasserpudel eine neue Vorstehhundrasse, den "Vollblut-Korthals-Griffon".

Auch der Griffon hat später - wie alle rauhaarigen Vorstehhundrassen - viel Blut an den Deutsch-Drahthaar abgegeben.

Dietzel schrieb über ihn: . . . weil sie wegen der starken Behaarung an Kopf, Läufen und Körper als ganz besonders geeignet für die Suche in stacheligem Gestrüpp, klatem Wasser und rauem Wetter galten . . .

Das Zuchtbuch führt der Griffon-Klub e.V.

FCI-Standard als pdf vom 03.03.2000

Quelle (Text und Bild): Bernd Krewer: Jagdhunde in Deutschland, Melsungen: Neumann-Neudamm Verlag, 2015 - mit freundlicher Genehmigung des Verlages

Deutsch-Drahthaar

Der Deutsch-Drahthaar verdankt seine Existenz der Tatsache, dass in Deutschland gegen Ende des 19. Jahrhunderts eine vielzahl kurz- und rauhaariger Vorstehhundrassen existierte und Kreuzungen - gewollte und ungewollte - nicht ausbleiben konnten. Die Nachkommen aus diesen Mischungen erwiesen sich zum allergrößten Teil als ausgesprochen leistungsstarke Jagdgebrauchshunde - wurden aber von keinem der "Eltern"-Zuchtvereine eingetragen.

So schlossen sich diese "Bastard-Besitzer" und "Kreuzungs-Züchter" zusammen und gründeten die Deutsch-Drahthaar-Bewegung, die einen in der deutschen Jagdkynologie einmaligen Aufschwung nahm. Fast die Hälfte - etwa 45 Prozent (ca. 3500 von insgesamt ca. 7700) aller in den Zuchtbüchern ihrer Rassen in JGHV und VDH eingetragenen Vorstehhundwelpen gehören der Rasse Deutsch-Drahthaar an.

Erst zu Beginn der neunziger Jahre des 20. Jahrhunderts hat "Deutsch-Drahthaar" sein Zuchtbuch für die Ausgangsrassen (alle rauhaarigen deutschen Vorstehhundrassen) Deutsch-Kurzhaar und Pointer) auf Drängen des VDH geschlossen. Natürlich "mendeln" die Ausgangsrassen immer wieder heruas - so fallen gelegentlich kurzhaarige Deutsch-Drahthaar oder solche, denen man die Griffon- oder Pudelpointer-Ahnen noch deutlich ansieht.

So ist der Deutsch-Drahthaar eine der wenigen Jagdhunderassen, die nahezu inzuchtfrei entstanden ist. Das erlaubt auch, den Leitgedanken der Zuchtordnung so "liberal" zu formulieren: Züchte wie du willst - sage, wie du es gemacht hast, und zeige den Erfolg. Natürlich müssen alle Zuchthunde in Form und Leistung (auf Verbandsprüfungen) ihre individuelle Zuchttauglichkeit erbracht haben.

Das Zuchtbuch führt der Verein Deutsch-Drahthaar e.V.

FCI-Standard als pdf vom 29.11.2000

Quelle (Text und Bild): Bernd Krewer: Jagdhunde in Deutschland, Melsungen: Neumann-Neudamm Verlag, 2015 - mit freundlicher Genehmigung des Verlages